Equal Pay – wichtige Neuregelungen in der Zeitarbeit

In 2017 hat es wichtige Neuregelungen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) zur Zeitarbeit gegeben. Dieser Artikel beschäftigt sich mit einem besonders wichtigen Thema – dem Gleichstellungsgrundsatz, auch Equal Pay genannt.

Gleichstellungsgrundsatz (§8 Abs. 1 und 4 AÜG):
Mit Neuregelung des AÜG mit Wirkung ab 1.4.2017 wurde festgesetzt, dass einem/r  Leiharbeitnehmer/in gleiche Arbeitsbedingungen und gleiches Arbeitsentgelt, wie einer/m Beschäftigten der Stammbelegschaft gewährt werden muss.
Der Ausdruck „Equal Pay“ (Gleichstellung im Arbeitsentgelt) wird synonym für „Equal Treatment“ (Gleichstellung in wesentlichen Arbeitsbedingungen) verwendet und hat sich als übergreifender Begriff durchgesetzt.

Wann greift „Equal Pay“?
Grundsätzlich greift „Equal Pay“ nach 9 Monaten (also erstmalig ab dem 1. Januar 2018).
Abweichungen bis 15 Monate sind nur möglich, wenn ein Branchenzuschlagstarif gilt, der den gesetzlichen Anforderungen genügt (Voraussetzung: gleichwertiger Zuschlagstarif, Equal Pay ist spätestens nach 15 Monaten erreicht, Beginn der stufenweisen Heranführung nach spätestens 6 Wochen).
Bisher sind 11 Branchenzuschlagstarifverträge geschlossen, diese betreffen bspw. Branchen wie Metall und Elektro, Chemie, Druck und Textil.

Was heißt „Equal Pay“?
Nach 9 bzw. 15 Monaten ununterbrochenem Einsatz bei einem Kunden, muss der/die Leiharbeitnehmer/in in den wesentlichen Arbeitsbedingungen gleichgestellt sein.
 

Als wesentliche Arbeitsbedingungen gelten:

  • Arbeitsentgelt (Grundvergütung/Std-Lohn/Monatsentgelt), Eingruppierung,
  • Arbeitszeit
  • Zuschläge (Mehrarbeit, SFN-Zuschläge, sonstige Zuschläge (u.a. Schicht-, Leistungs-, Schmutzzulagen)
  • Sonderzahlungen (Prämien, Boni, 13. Gehalt, Urlaubs-/Weihnachtsgeld, Provision, Jubiläen)
  • Zuschüsse (u.a. VWL, Krankengeldbezug, Kindergarten, Kantinenessen, Gesundheitsförderung, betriebliche Altersversorgung)
  • Sachbezüge (u.a. Firmen PKW, Handy, BahnCard)

Die „Equal Pay-Regelung“ gilt nicht für den Urlaubsanspruch, Sonderurlaubsregelungen und Reisekosten sind nicht zu berücksichtigen!!

Können die Bedingungen nicht 1:1 geleistet werden, sind sie wertgleich durch finanziellen Ausgleich zu kompensieren.

Sind die Konditionen der Leiharbeitnehmer besser als im Einsatzunternehmen, darf der/die Leiharbeiter/in nicht schlechter gestellt werden.

Als wirksame Einsatzunterbrechung gilt ein Zeitraum von mehr als 3 Monaten (mind. 3 Monaten und 1 Tag). Dann beginnt der Zeitraum von 9 bzw. 15 Monaten erneut und die Entlohnung beginnt wieder auf Grundniveau.

Branchenzuschlag oder Equal Pay
Ist der Equal-Pay-Lohn niedriger als der Tariflohn zuzüglich der Branchenzuschläge, so ist eine Deckelung weiter möglich, nicht aber auf den Referenzlohn eines vergleichbaren Stammmitarbeiters, sondern auf den Equal Pay Lohn (d.h. inklusive aller Zulagen, Zuschläge, Prämien, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, zusätzlichen Monatsgehälter, VSW, Zuschüssen zu Kantine usw. = gesetzliches Equal Pay).  Voraussetzung dabei ist, dass der Kunde die Deckelung gelten machen muss.
Ist der Equal-Pay Lohn höher als der Tariflohn zzgl. Aller BZ-Stufen, so kommt maximal der Tariflohn + Branchenzuschlag (Stufe 6) zur Anwendung. Der Equal Pay Lohn muss dann nicht gezahlt werden (Equal Pay gilt dann als erfüllt = tarifliches Equal Pay).

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            Stundenlohn incl.                Stundenlohn +
            aller zusätzlichen Zahlungen            Branchenzuschläge

Wenn Sie bei uns beschäftigt sind und Fragen zu diesem nicht ganz einfachen Themen haben, sprechen Sie uns einfach an!!

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